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Rückblick September 2017

Rückblick September 2017

Der September war viel zu schnell vorbei. Ich hatte vor, viele schöne Bücher zu lesen. Doch es kam anders und ich kann für September nur fünf Bücher vorstellen. Dafür hat mich keines dieser Bücher enttäuscht. Mein buchiger Rückblick  für September 2017.

Rückblick September 2017

Motto Challenge 2017: das Motto im August war „Facebook“. Für das Motto zählen alle Bücher, die ein Gesicht auf dem Cover haben. Es zählen auch Tiergesichter. Ich habe mir so tolle Bücher für die Challenge herausgesucht, leider habe ich nur eines geschafft zu lesen.

Stadt-Land-Fluss Challenge: Der Buchstabe für August war H. Das war wieder eine leichte Aufgabe. Ich habe für alles ein Buch gefunden, aber das Buch mit dem Ort habe ich nicht mehr geschafft zu lesen. „Herztod“ von Katharina Peters spielt zwar in Hamburg, die Regeln besagen jedoch, ein Buch darf nur einmal verwendet werden.

Mit meinem ersten Buch „In tiefen Schluchten“ von Anne Chaplet war ich wieder in Südfrankreich unterwegs. Auf dem Cover steht zwar Kriminalroman, für mich ist es eher ein Roman. Sehr schöne Landschaftsbeschreibungen, interessante Charaktere und eine Frau auf der Suche nach hugenottischen Vorfahren, machen das Buch lesenswert.

Ein aktuelles Thema greift Katharina Peters in ihrem Thriller „Herztod“ auf. Es ist das erste Buch der Reihe mit Hannah Jacob, die auf vermisste Frauen spezialisiert ist.

Der Thriller „Die gute Tochter“ von Karin Slaughter ging mir nahe. Zwei Schwestern haben ein Gewaltverbrechen an ihrer Familie überlebt. Wie gehen die Schwestern damit um? Wie ist das Verhältnis zu ihrem Vater, dem sie die Schuld daran geben?

Nach diesem Buch brauchte ich einen Lesestoff zur Entspannung und las den historischen Roman „Die Seidemagd“ von Ulrike Renk. Der Roman führte mich nach Krefeld des achtzehnten Jahrhunderts.

Ein ganz besonderer Roman ist „Ich bleibe hier“ von Catherine Ryan Hyde. Der Roman erzählt über die Freundschaft zwischen Billy, der an Agoraphobie leidet und der neunjährigen Grace, die eine drogensüchtige Mutter hat. Ein bemerkenswerter, einfühlsam geschriebener Roman, der ein ernstes Thema mit Leichtigkeit und Humor beschreibt.

Eine Übersicht aller gelesenen Bücher ist in Mein Lesejahr 2017 zusammengestellt.

Die Buchbesprechungen im Rückblick September 2017:

„Die gute Tochter“ von Karin Slaughter

1989: Zwei maskierte Männer überfallen das Haus des Strafverteidigers Rusty Quinn und erschießen dessen Ehefrau. Die beiden Töchter Samantha und Charlotte sind als Nächste dran. Samantha erkennt einen der beiden Männer. Charlotte gelingt es zu fliehen.

28 Jahre später: Charlotte ist Anwältin in ihrer Heimatstadt Pikeville in Georgia geworden und verteidigt vorwiegend Jugendliche. Zufällig wird sie Zeugin eines Amoklaufs einer Schülerin in der Mittelschule. Der Direktor und ein kleines Mädchen sind tot. Und Charlotte wird plötzlich von ihrer Vergangenheit eingeholt.

“Die gute Tochter” ist ein spannend zu lesendes Familiendrama. Im Mittelpunkt steht die Bewältigung der Ereignisse und wie unterschiedlich die beiden Schwestern damit umgehen. Abwechselnd erzählt Samantha und Charlotte ihre Sicht auf die Vorfälle damals und heute. Während sich die Lage nach dem Amoklauf in Pikeville zuspitzt, treffen die beiden Schwestern nach jahrelanger Funkstille aufeinander. In den Rückblenden wird nach und nach klar, was damals wirklich passiert ist und wie das mit dem heutigen Geschehen zusammenhängt.

Die Charaktere sind überzeugend und nachvollziehbar dargestellt. Doch einige Abschnitte werden zu ausführlich erzählt, sodass der Spannungsbogen abfällt. Auch einige brutale Szenen sind mir zu detailliert beschrieben. „Die gute Tochter“ ist ein fesselndes Buch über die Bewältigung von Schicksalsschlägen.

Das E-Book wurde mir freundlicherweise vom HarperCollins Verlag für die Rezension zur Verfügung gestellt.

„Die Seidenmagd“ von Ulrike Renk

Catharina te Kamp, genannt Käthe, ist 1757 siebzehn Jahre alt und verrichtet unter dem strengen Regime ihrer Mutter die Arbeit einer Magd. Freude bereiten ihr Bücher und die Zusammenkünfte ihrer mennonitischen Freunde, bei denen auch viel über Politik diskutiert wird. Durch ihre Arbeit als Näherin lernt sie Frieder von der Leyen kennen. Er ist von ihr sehr angetan und stellt sie als seine Kammerzofe ein. Fortan begleitet Catharina ihn auf seinen Reisen. Er fördert ihre Bildung, nimmt sie sogar mit in die Oper und möchte, dass sie sich wie eine Adelige kleidet.  Catharina ist hin und her gerissen zwischen ihrem neuen Leben und ihrem Glauben, denn Mennoniten sehen Vergnügungen als Teufelswerk an. Catharina leidet zunehmend unter ihrer Stellung und muss sich entscheiden, welches Leben sie führen möchte.

Die “Seidenmagd” entführt den Leser in die “Seidenstadt” Krefeld, die unter der französischen Besatzung und dem 7-jährigen Krieg leidet. Es gibt ein Wiedersehen mit Anna te Kloot und Abraham ter Meer aus “Die Frau des Seidenwebers”. Eine Große Rolle spielt auch wieder das Leben der Mennoniten. Die Familie von der Leyen, die “Seidenbarone”, beherrschen die Stadt und ihre Bewohner. Catharinas Schicksal zeigt die schwierige Rolle der Frau im achtzehnten Jahrhundert. Neben Catharina stehen die Diskussionen der Mennoniten über die politische Lage im Mittelpunkt des Romans. Die Beschreibung des Alltags und das Wirken der Mennoniten hat mir in die “Die Heilerin”von Ulrike Renk, besser gefallen. Die „Seidenmagd“ ist trotzdem spannend zu lesen, da sie wieder Einblicke in das Leben und die Gedankenwelt der damaligen Zeit aufzeigt.

Der Name von der Leyen ist in Krefeld noch heute gegenwärtig. Die Kirche der Mennoniten steht ebenfalls noch. Catharina te Camp, Anna te Kloot und die Familie ter Meer sind historische Figuren. Ihre Geschichten in diesem Roman beruhen nur teilweise auf historischen Fakten, den Rest ist künstlerische Freiheit der Autorin.

„Herztod“ von Katherina Peters

Die Bibliothekarin Caroline Meisner ist seit 10 Tagen verschwunden. Die Polizei bittet die Psychologin Hannah Jacob um Hilfe. Ihr Spezialgebiet: vermisste Frauen und Kinder. Hannah Jacob findet im Umfeld der Vermissten keine Anhaltspunkte für ihr Verschwinden.
Nach 14 Tagen taucht Caroline Meisner plötzlich wieder auf und erklärt, sie hätte eine Auszeit gebraucht und wäre verreist. Ein paar Tage später wird ihre Leiche, mit einem Dolch im Herzen, im Park gefunden.

“Herztod” ist der Auftakt zu einer neuen Reihe mit der Polizeipsychologin Hannah Jacob. Sie arbeitet als Sonderermittlerin beim BKA. Ihr Spezialgebiet sind vermisste Frauen und Kinder. Vor zwanzig Jahren verschwand ihre Schwester Liv und seitdem lässt sie das Thema nicht mehr los. Seit einem Unfall besitzt sie ein fotografisches Gedächtnis, das des Öfteren bei Vernehmungen für Verblüffung sorgt. Immer an ihrer Seite ihr Hund Kotti.

“Herztod” ist mehr ein ruhiger Krimi, als ein Thriller. Er greift aktuelle Themen auf und beschreibt die Polizeiarbeit, die auch durch Zufälle eine Wendung erfahren kann. Spannend wird der Krimi, durch den Prolog, der zuerst keinen Zusammenhang zum eigentlichen Geschehen hat. Ein durchaus gelungener Auftakt einer neuen Reihe.

„Ich bleibe hier“ von Catherine Ryan Hyde

Der ehemalige Broadwaytänzer Billy Shine leidet an Agoraphobie und hat seit über 10 Jahren seine Wohnung nicht verlassen. Grace ist neun Jahre alt und hat eine drogensüchtige Mutter. Sie sitzt stundenlang auf der Treppe vor dem Haus. Billy fühlt sich in seiner natürlichen Ordnung gestört und wagt sich auf den Balkon, um Grace zu fragen, warum sie dasitzt. Ihre Antwort verändert das Leben aller Hausbewohner.

Der amerikanischen Autorin Catherine Ryan Hyde ist ein wunderbares Buch über Freundschaft gelungen. Ein altkluges kleines Mädchen stellt das Leben der Hausbewohner auf den Kopf.

„Wenn ich drinnen bin, erfährt keiner, dass ich in Schwierigkeiten bin. Und dann kann mir niemand helfen.“ – Grace –

Das Jugendamt droht der Mutter das Kind wegzunehmen und in ein Heim zu stecken, falls sie sich nicht um ihre Tochter kümmert. Grace schafft es mit Hilfe der Hausbewohner, eine Betreuung für sie zu organisieren. Sogar Billy erklärt sich bereit, einen Part zu übernehmen.

Billy und Grace erzählen abwechselnd über die Ereignisse aus ihrer Sicht. Billy sagt über sich selbst: “Gewohnheiten zu durchbrechen gehört nicht zu Billys Stärken.” Die Autorin beschreibt, wie Billy versucht seine Angststörung und Panikattacken in Griff zu bekommen und welche Rolle Grace dabei spielt.

“Ich bleibe hier” ist ein bemerkenswerter, einfühlsam geschriebener Roman, der ein ernstes Thema mit Leichtigkeit und Humor beschreibt.

 

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