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Die Heilerin – Ulrike Renk

Cover Die Heilerin

Margaretha wächst als Tochter eines Leinenwebers und einer Hebamme und Heilerin im Krefeld des 17. Jahrhunderts auf.

Margaretha ist 15 Jahre alt, als ihre Mutter anfängt sie immer mehr in der Heilkunst auszubilden und zu den Gebärenden und Kranken mitzunehmen. Margaretha ist eine sehr eifrige Schülerin und möchte, wie ihre Mutter, Hebamme und Heilerin werden.

Margaretha hat drei ältere Brüder, die im elterlichen Betrieb arbeiten. Zur Familie gehört auch die kleine behinderte Schwester Eva, um die sich Margaretha liebevoll kümmert. Die Familie wird von allen geschätzt und geachtet und gehört der mennonistischen Glaubensgemeinschaft an.

Als die Zeiten durch einen sehr strengen Winter schlechter werden und noch mehr Menschen in der Stadt Zuflucht suchen, wird der Neid auf die Mennoniten immer größer und die Übergriffe nehmen zu. Margarethas Mutter wird als Hexe beschimpft und Eva als Teufelsbrut bezeichnet. Der Druck auf die Familie nimmt zu. Die drei Brüder denken immer öfter über eine Auswanderung nach Amerika nach, wo sie ihren Glauben frei ausüben können.

Margaretha kann sich nicht vorstellen woanders als in ihrer Heimatstadt zu leben, muss sich aber den Wünschen ihrer Familie unterordnen, egal wie sich ihre Brüder entscheiden. Wird sie auch in Amerika Hebamme und Heilerin werden können, wie ihre Mutter? Was wird aus ihrer heimlichen Liebe zu Jan?

Eine sehr interessant und spannend erzählte Geschichte, in deren Mittelpunkt Margaretha und ihre Familie steht. Man erfährt viel über die kaum bekannten Mennoniten einerseits und die Heilkunst im 17. Jahrhundert anderseits.

Krefeld war damals eine neutrale Stadt und gehörte zur Grafschaft Moers. Die Menschen konnten ihren Glauben frei ausüben und die Stadt wurde zum Anziehungspunkt verfolgter Glaubensgemeinschaften. Die Mennoniten waren größtenteils Handwerker und Geschäftsleute und viele von ihnen waren wohlhabend, was in schlechten Zeiten den Neid anderer hervorrief.

Viele der Mennoniten waren Seidenweber und schufen der Ruf Krefelds als Textil- und Seidenstadt.

Der Familienalltag wird sehr lebhaft und eindrucksvoll beschrieben. Die Arbeit als Leinenweber genauso, wie die harte Arbeit der Frauen im Haushalt. Eindrucksvoll sind die Schilderungen der Tätigkeit der Hebamme und Heilerin. Beeindruckend ist das Wissen der jungen Margaretha über die Kräuter und ihre Heilwirkung.

Die Heilerin ist die authentische Geschichte einer von 13 Familien des mennonitischen Glaubens, die nach Amerika auswanderten, um ihren Glauben frei ausüben zu können. Wer sich für Geschichte interessiert, kann mehr über die Mennoniten und Quäker bei Wikipedia nachlesen.

Ich muss gestehen, dass ich nie von den Mennoniten gehört habe, bis ich nach Krefeld kam und öfters am Haus der Mennonitischen Gemeinde vorbeikam. Aus Neugierde habe ich bei Wikipedia nachgelesen, was es damit auf sich hat. Damals fiel mir das Buch „Die Frau des Seidenwebers“ von Ulrike Renk in die Hände, das sich ebenfalls mit den Mennoniten beschäftigt. Beide Bücher sind sehr sorgfältig recherchiert und beruhen auf wahren Begebenheiten.

Cover

Das Cover passt ganz gut zum Inhalt des Buchs. Das Buch ist inzwischen mit einem neuen Cover erhältlich. Ich finde das neue Cover nicht so prickelnd. Ich fand die alte Version passender.

Empfehlung

Das Buch ist sehr lesenswert, auch für diejenigen, die sich für Geschichte nicht so recht begeistern können. Es ist auch die Geschichte einer jungen Frau, die weiß, was sie will und allen Widerständen zum Trotz, ihren Weg geht.

Autor

Ulrike Renk, Jahrgang 1967, studierte Literatur und Medienwissenschaften und lebt mit ihrer Familie in Krefeld. Mehr zur Autorin unter www.ulrikerenk.de  (Text: Amazon)

Informationen zum Buch

Titel: Die Heilerin
Autor: Ulrike Renk
Genre: Historischer Roman
Print-Ausgabe: 626 Seiten
Ausgaben: Taschenbuch, E-Book
Verlag: Aufbau Digital; Auflage: 1 (14. Juni 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3746626854
ISBN-13: 978-3746626857
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Kategorie: Rezensionen, Roman

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Profilbild Kristina

Kristina kann sich ein Leben ohne Bücher nicht vorstellen. Bücher faszinieren sie, seit dem sie denken kann. Sie möchte mit dir ihre Freude am Lesen teilen. Gefallen dir ihre Beiträge? Dann verpasse keine neuen Artikel und abonniere sie per E-Mail.

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