Rezensionen, Thriller
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Spuren aus Eis – Claudia Praxmayer

Cover Spuren aus Eis

Für eine Fernsehsendung über Schneeleoparden reist die Biologin Dr. Lea Winter nach Kirgistan. Mit dabei ist der Tierfilmer Manni Fuchs und der dortige Projektleiter Oleg Ratschenkow. Bei den Dreharbeiten filmen sie zufällig eine Gruppe von Jägern, wie sie einen geschützten Schneeleoparden abschießen. Was sie nicht ahnen, unter den Jägern ist der Wirtschaftsminister von Kirgistan Janysch Borukov, der Oligarch Igor Potkov und der iranische Atombeauftragte Basim Haleeh. Die Jagdgesellschaft will um jeden Preis verhindern, dass dieses Filmmaterial gesendet wird.

Eine wilde Jagd durch Kirgistan beginnt.

Das Cover und der Klappentext haben mich sehr neugierig gemacht, denn sie versprechen einen guten Thriller. Und ich wurde nicht enttäuscht.

In den ersten Kapiteln bekommt man einen sehr guten Überblick über die Charaktere und Motive der handelnden Personen. Die Spannung wird durch den Perspektivwechsel, der den Leser an den Gedanken der einzelnen Figuren teilhaben lässt, verstärkt.

Der eigentliche Thriller beginnt mit der Flucht der Filmcrew, die das Filmmaterial retten möchte, um der Welt zu zeigen, wie skrupellos geschützte Tierarten abgeschossen werden. Die Verfolger sind bestens militärisch ausgebildete Männer, die Igor Potkov ins Rennen schickt. Während der Flucht gerät die Filmcrew des Öfteren in Lebensgefahr und langsam begreift Lea, dass es um viel mehr geht, als um einen illegalen Abschuss eines Schneeleoparden.

Die Sympathiewerte sind von Anfang an klar und deutlich vergeben. Dr. Lea Winter arbeitet bei Wildlife Protection Society, einer Umweltschutzorganisation für Artenschutz. Lea ist eine sympathische junge Frau, die sich sehr für die geschützten Tierarten engagiert. Das Projekt ist auf Spenden angewiesen und finanziert sich zusätzlich durch Filmsendungen und Vorträge. Oleg ist der Wissenschaftler vor Ort, er beobachtet die Schneeleoparden mit Hilfe von Fotofallen und an den Tieren angebrachten Sendern. Der Tierfilmer Manni Fuchs möchte sich und den verantwortlichen beweisen, dass er in seinem Job der beste ist. Seine unbeschwerte Art und lockere Sprüche findet Lea zunächst zu aufdringlich. Sie merkt aber bald, dass sie sich auf ihn verlassen kann.

Leas Freund Ian McAllister arbeitet für Interpol in der Abteilung für Umweltkriminalität und hat gute Kontakte zum britischen Geheimdienst. Nachdem sich Lea nicht, wie versprochen, bei ihm gemeldet hat, fliegt er nach Kirgistan um sie zu suchen. Für ihn ist Igor Potkov kein ungeschriebenes Blatt.

Igor Felipowitsch Potkov lebt seit Jahren in London, wo er sich ein weitverzweigtes Netzwerk, bis in die höchsten Ebenen der Wirtschaft und Politik, aufgebaut hat. Sein Imperium hat er vorwiegend durch dubiose Geschäfte erschaffen und kennt keine Skrupel. Igor ist ein passionierter Jäger, der Trophäen sammelt. Das Fell des Schneeleoparden fehlt noch in seiner Sammlung und so lässt er sich zum Jagdausflug einladen und verbindet Privates und Geschäftliches miteinander.

Der Geist oder Phantom der Berge, wie der Schneeleopard auch genannt wird, gehört zu den vom Aussterben bedrohten Tierarten. Interessante Hintergrundinfos mit Fotos kann man auf der Autorenwebsite nachschlagen. Beim Lesen des Thrillers merkt man, dass sich Claudia Praxmayer selber für geschützte Tierarten engagiert und Kirgistan besucht hat. Die tollen Landschaftsbeschreibungen sind gut in die Handlung eingebaut und überhaupt nicht langweilig. Die Schönheiten der Berge und der Natur sind lebendig beschrieben.

Die Autorin verbindet geschickt das Thema Artenschutz und skrupellose Geschäftemacher in einem packenden Thriller. Viele Kapitel enden mit einem Cliffhanger, die es dem Leser unmöglich machen, das Buch aus der Hand zu legen. Dabei schafft sie es die Schönheiten der Natur in Kirgistan, ohne Spannungsverlust nahe zu bringen.

Fazit

Der Thriller „Spuren aus Eis“ ist ganz nach meinem Geschmack. Brisante Themen, politische Machenschaften, Spionage und ein bisschen Romantik sind exzellente Zutaten für einen spannenden Thriller. Fesselnd bis zum Schluss, temporeich und vielschichtig. Außerdem erfährt der Leser interessante Fakten über Schneeleoparden. Die Charaktere sind glaubwürdig, bis in die Nebenfiguren. Ich finde den Thriller sehr gelungen.

Mir hat der Thriller so gut gefallen, dass ich anschließend den ersten Thriller „Bluterde“ mit Lea Winter und McAllister gelesen habe. Ich habe festgestellt, dass beide Bücher wirklich unabhängig voneinander gelesen werden können. In „Bluterde“ geht es um ein Gorilla-Projekt im Kongo. In dem neuesten Thriller „Wolfsbrut“ geht es um Wölfe.

Cover

Ein schönes und passendes Cover zum vorliegenden Thriller. Mir gefällt es in Farbe genauso gut, wie in Schwarz/Weiß auf meinem Kindle.

Autor

Claudia Praxmayer ist gebürtige Salzburgerin und hat Biologie studiert. Sie arbeitet in München als selbstständige PR-Beraterin und Autorin mit dem Schwerpunkt Medizin/Naturwissenschaft und hat bereits mehrere Ratgeber und Sachbücher veröffentlicht. Als aktives Mitglied des NABU Deutschland engagiert sie sich seit vielen Jahren ehrenamtlich im Bereich Artenschutz und setzt sich für bedrohte Tierarten ein.

Hintergrundinformationen zum Buch findest du auf der Website von Claudia Praxmayer http://praxmayer.de/ und auf Facebook

Informationen zum Buch

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Titel: Spuren aus Eis
Autor: Claudia Praxmayer
Genre: Thriller
Print-Ausgabe:  303 Seiten
Ausgaben: E-Book
Verlag: dotbooks Verlag; (2. März 2016)
Sprache: Deutsch
ASIN: B01CIA9A3C

Kategorie: Rezensionen, Thriller

von

Profilbild Kristina

Kristina kann sich ein Leben ohne Bücher nicht vorstellen. Bücher faszinieren sie, seit dem sie denken kann. Sie möchte mit dir ihre Freude am Lesen teilen. Gefallen dir ihre Beiträge? Dann verpasse keine neuen Artikel und abonniere sie per E-Mail.

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