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Das letzte Ritual – Yrsa Sigurdardóttir

Cover Das letzte Ritual

Aktualisiert am

In der Universität von Reykjavík wird die entstellte Leiche des deutschen Studenten Harald gefunden. Harald studierte Geschichte und kam nach Reykjavik um seine Diplomarbeit über die Hexenrituale in Island zu schreiben. Sehr schnell wird ein Drogendealer, ein Freund aus Haralds Clique, festgenommen. Die Polizei glaubt, dass er der Täter ist. Haralds Familie in Deutschland misstraut der isländischen Polizei und beauftragt die Rechtsanwältin Dóra Gudmundsdottir den wahren Täter zu finden. Unterstützung bekommt Dóra von Matthias Reich, einem ehemaligen deutschen Kriminalkommissar und Freund der Familie.

Mit ihren Recherchen im Umfeld des Toten wird Dóra mit der Geschichte der Hexenverfolgung konfrontiert. Sie liest über die Hexenverfolgung und die damals üblichen Rituale als Beweise der Schuld. Warum gibt sich Haralds Clique so verschlossen und geheimnisvoll? Was hat das mysteriöse Zeichen auf Haralds Brust zu bedeuten?

„Das letzte Ritual“ war mein erster Islands Krimi. Mit den isländischen Namen tat ich mich am Anfang etwas schwer. Leichter wird es durch die isländische Gewohnheit sich zu duzen, sodass man sich nur die Vornamen zu merken braucht. Die Unterschiede zwischen isländischer und deutscher Lebensart werden durch Matthias deutlich. Die Beschreibung der Landschaft unterstreicht das Mystische um die keltischen Rituale.

Das Hauptthema des Buches ist das Spezialgebiet von Haralds Studium. Er war fasziniert von den Hexenverfolgungen des Mittelalters und er sammelte alte Briefe und Bücher aus dieser Zeit. In diesen Schriften wurden die damals angewendeten Rituale beschrieben. Der „Hexenhammer“, so zusagen das Handbuch der Inquisitoren, spielte dabei eine zentrale Rolle.

Nach und nach wird die Verbindung zur Gegenwart deutlich und man erfährt auch mehr über den Außenseiter Harald und seine geheimnisvolle Clique. Obwohl seine Familie den wahren Täter finden möchte, wird schnell sehr deutlich, dass Harald kein enges Verhältnis zu seiner Familie hatte.

Die beiden Hauptfiguren Dóra und Matthias sind sehr sympathisch und die Dialoge der beiden sind humorvoll geschrieben. Den Gegensatz dazu bilden Harald und seine Freunde. Insgesamt fand ich die Protagonisten gut charakterisiert.

Die Geschichte der Hexenprozesse in Island ist sehr gut recherchiert und spannend erzählt. Wer sich allerdings überhaupt nicht für Geschichte interessiert, wird das etwas verwirrend finden. Auf jeden Fall bleibt die Auflösung des Mordfalls bis zum Schluss spannend.

„Das letzte Ritual“ ist der erste Krimi der Autorin und der Auftakt einer Reihe mit der Rechtsanwältin Dóra Gudmundsdottir.

Cover

Das Cover passt zum Titel und Thema des Krimis und erzeugt eine geheimnisvolle Stimmung.

Empfehlung

Der Krimi ist spannend bis zum Schluss und hat mir gut gefallen. Ich werde bestimmt noch mehr Bücher aus der Reihe mit Dóra lesen.

Autor

Yrsa Sigurðardóttir studierte Bauingenieurwesen in Reykjavík und Montreal. Seit 1998 schreibt sie Kinderbücher, und im Jahre 2005 erschien ihr erster Kriminalroman »Das letzte Ritual«. Ihre Bücher sind mittlerweile in 30 Sprachen übersetzt. Neben dem Schreiben arbeitet sie als Ingenieurin in Reykjavík. (Verlagstext)

Informationen zum Buch

Das Buch ist im btb Verlag neu erschienen. Die ursprüngliche Ausgabe aus dem Fischerverlag ist nicht mehr verfügbar.
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Autor: Yrsa Sigurdardóttir
Genre: Island Krimi
Print-Ausgabe: 385 Seiten
Ausgaben: Taschenbuch, E-Book, Hörbuch
Verlag: btb Verlag (12. September 2016)
Sprache: Deutsch, Übersetzung aus dem Isländischen
ISBN-10: 3596171326
ISBN-13: 978-3596171323

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Kategorie: Rezensionen, Thriller

von

Profilbild Kristina

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