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Das Geheimnis der Fjordinsel – Christine Kabus

Cover Das Geheimnis der Fjordinsel

Aktualisiert am

Von Christine Kabus habe ich bereits einen Norwegenroman gelesen, der mir gut gefallen hat und Lust auf ihre anderen Bücher geweckt hat. „Das Geheimnis der Fjordinsel“ ist ihr neuester Roman, der im Juli 2019 erschienen ist. Ich habe den Roman in einer Leserunde auf LovelyBooks gelesen.

Buchbeschreibung

Ostfriesland 1980: Für Rike bricht eine Welt zusammen. Ihr geliebter Opa Fiete, bei dem sie ohne ihre Mutter aufgewachsen ist, ist gestorben. In seinem Nachlass findet Rike ungeöffnete Briefe ihrer Großmutter, die an ihre Mutter Beate adressiert sind. Der letzte Brief wurde vor fünf Jahren zugestellt. Rike wundert sich, da sie dachte, ihre Großmutter wäre schon lange tot. Warum hat ihre Mutter die Briefe nicht aufgemacht? Lebt ihre Großmutter noch? Sie ist die Einzige, die ihre Fragen beantworten kann. Die Briefe im Gepäck, reist sie nach Norwegen, um ihre Großmutter zu suchen.

Norwegen 1926: Johanne bereitet sich auf ihre Hochzeit mit Rolf Falkenstein vor, die in ein paar Tagen stattfinden soll, als ihr geliebter Vater tot in seiner Weinhandlung gefunden wird. Als Gerüchte aufkommen, dass ihr Vater Selbstmord begangen hat, lässt der Bräutigam die Hochzeit platzen. Johanne will die Weinhandlung weiterführen, stellt aber fest, dass das Geschäft kurz vor dem Konkurs steht und die Bank ihr keinen Kredit mehr bewährt. Sie findet schnell heraus, wer dahinter steckt. Sven Gravdahl, früher Schmuggler, heute ein einflussreicher Geschäftsmann, will unbedingt die Weinhandlung übernehmen.

Zwei starke Frauen

Rike ist eine starke junge Frau, die sich in einem Männerberuf bewähren muss. Sie möchte Schlepperkapitänin werden, wie ihr geliebter Opa. Sie ist nicht unter zu kriegen und immer bereit, Herausforderungen anzunehmen. Rike fühlt sich von ihrer Mutter Beate im Stich gelassen, die lieber auf Kreuzfahrtschiffen arbeitet, als sich um ihre Tochter zu kümmern. Ihren Vater kennt sie nicht. Sie möchte unbedingt ihre Großmutter kennenlernen und Antworten auf ihre Fragen bekommen.

Mit dem Tod ihres Vaters hat sich Johanne verändert. Sie möchte nicht mehr als schwache Frau behandelt werden und kann es nicht leiden, wenn man ihr Vorschriften macht. Sie übernimmt die Verantwortung für ihre Familie und führt das Geschäft ihres Vaters gegen alle Widerstände weiter. Ihre depressive Mutter versteht Johanne nicht, ihre jüngere Schwester Dagny ist verheiratet, ihr kleiner Bruder Finn ist in einem Internat. Johanne glaubt nicht an einen Selbstmord. In Leif findet sie einen Verbündeten gegen Sven Gravdahl. Sie beide gehen unkonventionelle Wege, um Gravdahl zur Strecke zu bringen.

Wie hat mir „Das Geheimnis der Fjordinsel“ gefallen?

Der Familienroman ist sehr spannend geschrieben, vor allem der historische Teil, der die Leser in die Zeit der Prohibition und Schmuggel führt. Ich habe mit Johanne mitgefiebert, damit sie den Kampf gegen Gravdahl gewinnt und Rike gewünscht, ihre Großmutter lebend zu finden. Von Anfang an ist klar, dass Johanne die Großmutter von Rike ist. Nach und nach wird enthüllt, was damals passiert ist und warum Johanne die Familie verlassen hat. Die kurzen Kapitel wechseln jeweils die Perspektive. Der schnelle Wechsel ist anfangs ungewohnt, stört aber bald nicht mehr. 

Rike und Johanne sind starke und sympathische Charaktere. Alle Figuren sind gut ausgearbeitet und authentisch. Beate ist die einzige Figur, außer Gravdahl, die mir nicht gefällt. Ich kann nicht nachvollziehen, warum Beate so einen Hass auf ihre Eltern hatte und sie für ihr “verpfuschtes Leben” verantwortlich macht. 

Rike ist in Ostfriesland aufgewachsen und spricht zwischendurch Plattdeutsch. Ich konnte mühelos folgen, da die Ausdrücke geschickt im Text erklärt werden. Die Handlungsorte konnte ich bequem auf einer Karte verfolgen, die am Anfang des Buches abgedruckt ist. Hilfreich ist auch das Personenverzeichnis auf einer der ersten Seiten.

Die Autorin schreibt in einer bildhaften Sprache mit detailreichen Beschreibungen, die auf guter Recherche basieren. Die geschichtlichen Beschreibungen, die sie einfließen lässt, sind sehr interessant, nur an manchen Stellen nehmen sie etwas die Spannung weg. Die Landschaft ist wunderbar beschrieben und macht Lust auf einen Urlaub in Norwegen.

Fazit

“Das Geheimnis der Fjordinsel” ist ein spannend geschriebener Familienroman, der mir schöne Lesestunden beschert hat und mir noch besser gefallen hat als “Die Insel der blauen Gletscher”.


Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Bastei Lübbe Verlag für die Rezension zur Verfügung gestellt.


Die Autorin über sich

Ende 1964 wurde ich in Würzburg geboren, ging in Freiburg zur Schule und studierte in München und Heidelberg Germanistik und Geschichte. Als Regieassistentin und Dramaturgin arbeitete ich an verschiedenen Theatern, bevor ich 1996 nach München und in die Film- und Fernsehbranche wechselte. 2003 machte ich mich als Drehbuchautorin selbstständig und schrieb für diverse Fernsehserien, bevor ich mich 2011 an meinen ersten Roman wagte. Nach wie vor betreue ich als Lektorin die Projekte anderer Autoren und bin als Dozentin bei der Drehbuchwerkstatt TopTalente tätig. Zum Theater zieht es mich auch immer wieder, zuletzt als Regisseurin bei einer freien Theatergruppe.

Schon als Kind zog mich der hohe Norden, den ich zunächst durch die Bücher von Astrid Lindgren und Selma Lagerlöf kennenlernte, in seinen Bann. Vor allem die ursprüngliche, mythische Landschaft Norwegens beflügelte meine Phantasie. Ich begann, die Sprache zu lernen und mich intensiv mit der Geschichte Norwegens zu beschäftigen. Meine Romane widmen sich diesem faszinierenden Land. (Amazon*)

Informationen zum Buch:

Titel: Das Geheimnis der Fjordinsel
Autor: Christine Kabus
Genre: Roman
Print-Ausgabe: 496 Seiten
Ausgaben: E-Book, Taschenbuch, Hörbuch
Verlag: Bastei Lübbe; 1. Aufl. 2019 (31. Juli 2019)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3404178483
ISBN-13: 978-3404178483

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Kategorie: Rezensionen, Roman

von

Profilbild Kristina

Ein Leben ohne Bücher? Unvorstellbar! Ich liebe es in fremde Welten einzutauchen und die Welt draußen zu vergessen. Beim Lesen kann ich mich am besten entspannen. Geht es dir genauso? Dann verpasse keine neuen Artikel und abonniere sie per E-Mail.

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