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„Francobaldi“ von Elisabeth Schinagl

Francobaldi

Zuerst war es der Titel „Francobaldi – Das Geheimnis der Illuminaten“ und dann der Klappentext, der mich auf den historischen Krimi aufmerksam machte. Es ist kein üblicher Krimi, eher eine interessante Geschichtsstunde.

Von Wien in eine bayerische Kleinstadt

Nach dem Tod seiner Frau Clara sucht Enrico Francobaldi einen Neuanfang und nimmt das Angebot des Fürstbischofs von Eichstätt an, das Schulwesen in seinem Bistum zu reformieren. Er hat noch nicht richtig mit seiner Arbeit angefangen, als er vom Fürstbischof um ein heimliches Treffen gebeten wird. Francobaldi soll heimlich, mithilfe des jungen Secretarius Adam Hofstaetter, einen mysteriösen Mord aufklären. Ein Mann wurde vor der St. Martin Kirche in Greding heimtückisch erstochen. Bis auf einen Ring mit einer Eule fand man keinen Hinweis auf die Identität des Toten. Er war auf Durchreise und in seinem Pensionszimmer findet Francobaldi ein verbotenes Manuskript von Jean Jacques Rousseau.

Francobaldi hat keine Erfahrung mit einer Mordaufklärung. Er muss sich auf seine Beobachtungen und seine Intuition verlassen. Bei seinen Nachforschungen kommt er dem Täter immer näher und muss um sein Leben bangen.

Die Zeit im Umbruch

Die Autorin Elisabeth Schinagl hat sich für ihren Kriminalroman eine interessante Zeit zwischen der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung und der Französische Revolution ausgesucht. Sie verbindet geschickt geschichtliche Fakten mit fiktiven Handlungen.

Es ist die Epoche der Aufklärung, die Ende des 17. Jahrhunderts begann und die Vernunft zum Maßstab allen Handelns erklärte. Das führte zu einer Reformbewegung, in der sich die gesellschaftlichen Verhältnisse verschoben und Veränderungen für das einfache Volk brachten. Die Erkenntnis, dass Bildung wichtig ist, führte auch zu einer Reform des Schulwesens.

Der Illuminatenorden wurde von dem Philosophen und Kirchenrechtler Adam Weishaupt 1776 in Ingolstadt gegründet. Er vertrat die Ideen der Aufklärung. Das Symbol des Geheimbundes war die Eule der Minerva (römische Göttin der Weisheit). Die Illuminaten wurden 1784 in Bayern verboten. Seitdem ranken such unzählige Mythen und Verschwörungstheorien um den Geheimbund.

Der fiktive Charakter Enrico Francobaldi wird mit der Reform des Schulwesens im Bistum Eichstätt beauftragt. Damit lernt er auch wichtige Persönlichkeiten kennen und beobachtet, welchen Einfluss die katholische Kirche und die Politik auf das Leben in einer Kleinstadt in Bayern haben.

„Nicht immer ist es von allen Seiten erwünscht, wenn Licht in eine dunkle Angelegenheit gebracht wird.“

Graf Cobenzl

Roman oder Krimi?

„Francobaldi“ wird als historischer Krimi angekündigt. Es geht zwar um einen Mord, der aufgeklärt werden soll, das Buch hat sich aber eher wie ein Roman gelesen. Trotz des anspruchsvollen Schreibstils mit ungewohnten, heute unüblichen Ausdrücken und den vielen geschichtlichen Fakten hat sich der Roman leicht lesen lassen.

Der Kriminalroman ist sehr gut recherchiert und bietet eine äußerst interessante Geschichtsstunde. Einige Stellen muss man aufmerksam lesen und sich mit dem Thema auseinandersetzen. Interessant sind die Einblicke in die damalige Lebensweise und das Schulwesen.

Die Charaktere der Protagonisten sind passend gewählt, hätten aber etwas mehr in die Tiefe gehen können.

Fazit

„Francobaldi“ ist kein üblicher historischer Krimi. Die Mordaufklärung steht nicht im Mittelpunkt. Es ist eine lebendige Geschichtsstunde aus der Epoche der Aufklärung, die mir sehr gut gefallen hat.


Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Allitera Verlag für die Rezension zur Verfügung gestellt. Meine Meinung wird dadurch nicht beeinflusst.


Elisabeth Schinagl

Elisabeth Schinagl, geboren 1961 in München, studierte in Eichstätt und Regensburg Latein und Germanistik. Sie war wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Mittellateinische Philologie an der Katholischen Universität Eichstätt. Nach ihrer Promotion war sie zunächst als Gymnasiallehrerin und anschließend als Referentin im Bayerischen Landtag tätig. Seit 2018 ist sie freie Autorin. In ihren Romanen und Erzählungen befasst sie sich vorwiegend mit historischen Themen. Sie lebt in Eichstätt und München. (amazon)

Informationen zum Buch:

Cover Info Francobaldi

Titel: Francobaldi. Das Geheimnis der Illuminaten
Autor: Elisabeth Schinagl
Genre: Historischer Roman
Print-Ausgabe: 244 Seiten
Ausgaben: E-Book, Taschenbuch
Verlag:  Allitera Verlag (3. März 2023)
Sprache: Deutsch
ISBN-10:  3962333657
ISBN-13: 978-3962333652


Eine Übersicht meiner Rezensionen findest du in Rezensionen von A–Z

Unter Buchreihen Krimis und Thriller von A-Z und Trilogien und andere Mehrteiler von A-Z findest du eine Übersicht über Reihen, die ich gerne lese.

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Kategorie: Rezensionen

von

Profilbild Kristina

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