Krimi, Rezensionen
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Brennender Midi – Cay Rademacher

Cover Brennender Midi

Eher zufällig wird Capitaine Roger Blanc zu einem spektakulären Unfall gerufen. Ein Kleinflugzeug ist in einem Olivenhain abgestürzt, der Pilot war sofort tot. Die Unfallzeugen geben widersprüchliche Angaben über den Tathergang an. Der Tote soll ein hervorragender Pilot gewesen sein, der in der nahe gelegenen Air Base ausgebildet wurde. Weder seine Kameraden noch Vorgesetzten zeigen sich bestürzt über seinen Tod. Blanc glaubt nicht an einen Unfall und geht den Ungereimtheiten nach. Er findet heraus, dass der Pilot vermutlich in seiner Freizeit als Drogenkurier gearbeitet hat. Als ein weiterer Toter im Olivenhain gefunden wird, nimmt sich Blanc den Besitzer des Olivenhains vor und findet heraus, dass dieser gegen den Fluglärm gekämpft hat. Die Strafanzeigen bleiben jedoch unbearbeitet liegen. Welche Spur führt zum Täter?

“Brennender Midi” ist der dritte Teil der Reihe mit Capitaine Roger Blanc. Er bietet mehr Action als die vorhergehenden Krimis und ist vor allem in der zweiten Hälfte sehr temporeich. Der Plot greift wieder ein aktuelles Thema auf und bietet verschiedene Ermittlungsansätze. Die eine Spur führt nach Marseille zu einem Drogenkartell, die andere zu dem politisch ambitionierten Besitzer des Olivenhains. Noch spannender wird es, als noch eine weitere Spur dazu kommt. Die Ermittlungen werden durch die Einmischung der Politiker und des Geheimdienstes erschwert, und vieles sollte am besten vertuscht werden.

Capitaine Roger Blanc kenne ich bereits aus “Mörderischer Mistral” und “Tödliche Camargue”, den vorhergehenden Krimis dieser Reihe. Roger Blanc war ein erfolgreicher Korruptionsermittler in Paris, bis er einigen ehrgeizigen Politikern in die Quere kam. Vor allem seinem Chef dem Staatssekretär Jean Charles Vialaron-Allègre, der ihn daraufhin in ein verschlafenes Nest in der Provence strafversetzen ließ. Nach zwei Monaten in der Provence, fühlt sich Roger Blanc langsam heimisch, lernt seine Nachbarn näher kennen, sein Privatleben bleibt jedoch weiterhin turbulent. Er liebt das Risiko, verfolgt kompromisslos seine Ziele und handelt nicht immer nach Dienstvorschrift. Der Staatssekretär Vialaron-Allègre spielt immer eine wichtige Rolle in seinem Leben. Er taucht immer wieder auf und spricht versteckte Drohungen aus. Warum gönnt ihm, nach drei spektakulären Fällen, niemand seinen Erfolg?

Sein neuer ehrgeiziger Chef hat Angst, dass Blanc ihm die Karriere verbauen könnte, und hat ihm einen Partner zugeteilt, der nicht besonders beliebt ist und von den Kollegen gemieden wird. Lieutenant Marius Tonon wurde seit seiner “Jugendsünde” nicht mehr befördert, er liebt er seine Ruhe, das Essen und am meisten seinen Rosé. Mit Blanc an seiner Seite erwacht in ihm jedoch das Jagdfieber und er wird wieder zum „Flic“. Unterstützt werden sie von der lesbischen Computerspezialistin Fabienne Souillard. Sie ist jung, sportlich, fährt mit Leidenschaft Motorrad und möchte gegen alle Widerstände, ihre Lebensgefährtin heiraten. Blanc schätzt ihre Arbeit und nimmt sie gern mit auf Verbrecherjagd. Fabienne ist froh, wenn sie ihrem Büro entfliehen kann. Das ungleiche Trio wächst immer mehr zusammen. Während der Ermittlungen finden sie immer wieder Zeit sich beim Essen und einem Glas Rosé, Gedanken über die Tatmotive und ihre Ermittlungsansätze zu machen.

Die Figuren sind, bis in die Nebenrollen, sehr gut charakterisiert. Besonders gut gefällt mir die sympathische und schlagfertige Gerichtsmedizinerin Fontane Thezon, die eine Duftwolke von teurem Parfüm und Marihuana hinterlässt.

Die ausführlichen Landschaftsbeschreibungen erinnern mich an meine Urlaube in der Provence und machen mir Lust wieder hinzufahren. Die Krimis dieser Reihe sind spannend und unterhaltsam geschrieben. Neben der eigentlichen Ermittlungsarbeit kommen die französische Lebensart und privates Umfeld des Trios nicht zu kurz.

Die Krimis dieser Reihe können unabhängig voneinander gelesen werden, da die Fälle in sich abgeschlossen sind. Um die privaten Entwicklungen zu verfolgen, ist es jedoch ratsam, mit dem ersten Band “Mörderischer Mistral” anzufangen. Lesenswert sind alle Bücher dieser Reihe. Inzwischen ist mit “Gefährliche Côte Bleue” der vierte Fall für Capitaine Roger Blanc erschienen.

Zur besseren Orientierung ist am Anfang eine Karte der Provence abgebildet und im Anhang findet sich ein Personenregister.

Fazit

Die Reihe mit Capitaine Roger Blanc ist nicht nur wegen der Landschaftsbeschreibungen lesenswert. Die Fälle greifen aktuelle gesellschaftspolitische Probleme auf, die spannend und unterhaltsam in Krimis verpackt sind.

Autor

Cay Rademacher wurde 1965 geboren und studierte Geschichte sowie Philosophie in Köln und Washington. Seit vielen Jahren schreibt er für GEO und GEO-Epoche.
Wenn ihn bei seinen Recherchen ein Ereignis oder eine Kultur besonders fesselt, dann entzündet das seine zweite schriftstellerische Leidenschaft: Krimis.
Seit 2013 lebt er mit seiner Familie in der Provence. Die uralte Region zwischen Mittelmeer und Alpen, Camargue und Cote d’Azur hat tausend schöne Ecken – und auch einige finstere Winkel. Ein idealer Schauplatz für neue Krimis… (Amazon)

Mehr über das Leben im Midi unter: https://provencebriefe.blogspot.de/

Informationen zum Buch

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Titel: Brennender Midi
Autor: Cay Rademacher
Genre: Kriminalroman
Print-Ausgabe: 304 Seiten
Ausgaben: Taschenbuch, E-Book, Hörbuch
Verlag: DuMont Buchverlag GmbH & Co. KG
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3832164111
ISBN-13: 978-3832164119

Kategorie: Krimi, Rezensionen

von

Kristina kann sich ein Leben ohne Bücher nicht vorstellen. Bücher faszinieren sie, seit dem sie denken kann. Sie möchte mit dir ihre Freude am Lesen teilen. Gefallen dir ihre Beiträge? Dann verpasse keine neuen Artikel und abonniere sie per E-Mail.

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