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Denn es wird kein Morgen geben – Angélique Mundt

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Der beliebte Feuerwehrmann Martin König ist nach einem heftigen Streit mit seiner Ehefrau verschwunden. Als seine Frau Elisabeth völlig aufgelöst ihn als vermisst meldet, wird ihr vom Kriseninterventionsteam eine Psychotherapeutin zu Seite gestellt. Tessa Ravens soll sich um Elisabeth und ihre kleine Tochter Amelie kümmern. Schnell findet Tessa heraus, dass mehr dahinter steckt. Die harmonische, glückliche Familie bekommt einen Riss, nach dem Elisabeth auf dem PC ihres Mannes Fotos ihrer Tochter findet, die ein Vater niemals von seiner Tochter machen sollte.

Am nächsten Morgen wird Martin König tot aufgefunden. Die Ermittlungen gestalten sich für Hauptkommissar Torben Koster sehr schwierig. Die Ehefrau hält Informationen zurück und die Feuerwehrkollegen halten aus Kameradschaft zusammen. Jeder hat seine Geheimnisse, auch Martin König.

Für Tessa, die die Ermittlungen unterstützt, sorgt der Fall auch im Privatleben für Turbulenzen. Sie hatte früher eine Affäre mit Koster und es fällt ihr schwer, mit ihm zusammenzuarbeiten. Dieser Fall ist für beide in jeder Hinsicht eine Herausforderung.

„Denn es wird kein Morgen geben“ ist nach „Nacht ohne Angst“ der zweite Roman von Angélique Mundt in der Serie um die Psychotherapeutin Tessa Ravens und Hauptkommissar Torben Koster. Trotz einiger Hinweise auf das erste Buch habe ich keine Informationen vermisst. Alles, was wichtig ist, wird an entsprechender Stelle erwähnt.

Tessa ist mir sympathisch, genauso, wie Hauptkommissar Torben Koster, wobei ich allerdings dessen Kollegen Liebetrau noch sympathischer finde. Glaubhaft geschildert, jedoch zu oft angesprochen, finde ich Tessas und Torbens Gefühlschaos.

Die Feuerwehrkollegen halten zusammen und pochen auf Kameradschaft. Zugführer Thomas Riemann hat seine Männer unter Kontrolle, keiner darf aus der Reihe tanzen. Sie führen Koster auf der Feuerwehrwache richtig vor. Warum wird der Zusammenhalt so betont, haben sie etwas zu verbergen? Wie weit geht Kameradschaft, wenn es um Mord geht?

Die Charaktere sind realistisch und nachvollziehbar. Man merkt das fundierte Wissen der Autorin, die selber als Psychotherapeutin gearbeitet hat und sich in der Krisenintervention gut auskennt. Auf die Frage, ob sie Elisabeth die Todesbotschaft übermitteln soll, sagt Tessa: „Einer muss der Böse sein. Der Überbringer der schlechten Nachricht kann anschließend nicht trösten … Ich werde für Frau König da sein.“ Und „Der Böse darf gehen, der Gute muss bleiben.“ Aus dieser Sicht habe ich das noch nie betrachtet.

Die Ängste und Sorgen der kleinen Amelie sind gut geschildert. Amelie glaubt Schuld an Papas Tod zu sein und versteht nicht, dass ihr Papa nicht mehr wiederkommt. Amelie bekommt psychologische Betreuung durch eine Kindertherapeutin, die klären soll, ob sie missbraucht wurde. Der Leser wird Zeuge der Therapiearbeit mit kleinen Kindern.

Parallel zum Fall König behandelt Tessa den Patienten Dominic Gerber in ihrer Praxis und gewährt Einblicke in die Therapiesitzungen, die sehr überzeugend geschildert werden.

Die psychologische Sichtweise zieht sich durch das ganze Buch. Die Spannung ist gut aufgebaut. Der Fall nimmt eine dramatische Wendung, es kommt zu einem unglaublichen Finale mit einem unerwarteten Ende. Der Krimi liest sich gut und schnell und ist so spannend, dass ich es nicht mehr aus der Hand geben wollte.

Cover

Mir gefällt das Cover. Ich finde es passt zu einem Krimi. Das Blau sieht etwas ungewöhnlich aus und ist im Original allerdings sehr grell. Das Motiv mit dem Waldweg bezieht sich auf den Inhalt.

Empfehlung

Der Krimi „Denn es wird kein Morgen geben“ mit psychologischen Aspekten und einer spannenden, unvorhersehbaren Handlung hat mir sehr gut gefallen.

Autor

Angélique Mundt wurde 1966 in Hamburg geboren. Nach ihrem Studium der Psychologie arbeitete sie lange in der Psychiatrie, bevor sie sich 2005 als Psychotherapeutin mit einer eigenen Praxis selbstständig machte. Sie arbeitet ehrenamtlich im Kriseninterventionsteam des Deutschen Roten Kreuz, das Menschen bei potentiell traumatisierenden Ereignissen „Erste Hilfe für die Seele“ leistet. Über diese Aufgabe sagt sie: „An der Situation kann ich nichts ändern. Aber ich kann den Menschen helfen sie zu überstehen.“  Angélique Mundt lebt in Hamburg. (Amazon)
Mehr über die Autorin auf ihrer Website: http://www.angelique-mundt.de/

Informationen zum Buch

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Titel: Denn es wird kein Morgen geben
Autor: Anqélique Mundt
Genre: Kriminalroman
Print-Ausgabe:  320 Seiten
Ausgaben: Taschenbuch, E-Book
Verlag: btb Verlag (9. März 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442746310
ISBN-13: 978-3442746316

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Kategorie: Krimi, Rezensionen

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Profilbild Kristina

Kristina kann sich ein Leben ohne Bücher nicht vorstellen. Bücher faszinieren sie, seit dem sie denken kann. Sie möchte mit dir ihre Freude am Lesen teilen. Gefallen dir ihre Beiträge? Dann verpasse keine neuen Artikel und abonniere sie per E-Mail.

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