Rezensionen, Sachbuch

Als Schisser um die Welt – Jan Kowalsky

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Als Schisser um die Welt – Geschichte von einem, der mitmusste.

„Pauschaltourismus, Strandurlaub und Stadtrundfahrten waren gestern – heute gehen wir Bergsteigen im Himalaya oder machen Hundeschlittenrennen in Alaska. Alles ist möglich, kein Ziel unerreichbar! Und doch gibt es Leute, die wollen gar nicht weg. Der Schisser zum Beispiel würde lieber zu Hause bleiben. Das Problem ist nur: Seine Frau liebt Abenteuerreisen. Und er liebt seine Frau. Also verbringt er seine Freizeit notgedrungen überall, nur nicht auf dem geliebten Sofa. Erspart bleibt ihm auf seinen unfreiwilligen Reisen rund um den Globus natürlich nichts: menschenfressende Riesenechsen, Wildwasserrafting mit Zahnverlust, Safari im Schweinsgalopp, auf dem Elefanten durch den Dschungel und dabei immer mit den Nerven zu Fuß. Dies ist die Geschichte von einem, der mitmusste …“ (Klappentext)

Normalerweise übernehme ich keine Klappentexte. In diesem Fall mache ich eine Ausnahme. Dieser Klappentext gibt nicht nur den Inhalt des Buches wieder, sondern gibt einen Vorgeschmack auf humorvolle Reiseberichte. Der Autor lässt offen, welche Passagen autobiografisch sind, und welche der dichterischen Freiheit entspringen. Auf jeden Fall sind diese Reiseberichte sehr amüsant zu lesen. Im Text sind kleine Illustrationen des Autors eingestreut, die seinen Humor wiedergeben. Ich mochte diese Illustrationen auf Anhieb. Angetan haben es mir auch die schönen und treffenden Kapitelüberschriften. Treffend gewählt sind auch die tollen Spitznamen für seine Mitmenschen.

Jan ist ein Kontrollfreak, liebt die Sicherheit und seine Gewohnheiten über alles und vor allem seine Couch. Den Urlaub verbrachte er bisher mit seinen Eltern in Dänemark, immer der gleiche Ort, immer das gleiche Hotel. Er hat Angst vor Veränderung. Er bekommt Angst und Panikattacken schon bei der Vorstellung von wilden Tieren, gefährlichen Pflanzen, Keimen, lebensbedrohlichen Krankheiten und überhaupt. Ein Hypochonder, wie er im Buche steht. Als Sicherheitsfanatiker, will er immer für alles gerüstet sein. Die Gefahren des Reisens sind allgegenwärtig. Er kann sich nicht entspannen und den Urlaub genießen. Sein Reisetagebuch tauft er: Logbuch des Todes.

„Seine Frau liebt Abenteuerreisen und er liebt seine Frau. Sie hat Spaß – und er ein Problem!“

Sarah, seine Frau ist das genaue Gegenteil. Sie liebt Abenteuer, Fernreisen und alles Neue. Für sie gibt es nichts Schöneres, als Rucksacktourist die Welt zu erkunden. Je exotischer und extremer desto besser. So kommt es auf den Reisen zu skurrilen Begegnungen und urkomischen Situationen. Durch seine Ängste passieren Jan die unglaublichsten Dinge.

Mich wundert, dass Sarah nicht bereit ist, Kompromisse zu schließen und es in Kauf nimmt, dass sich ihr Mann durch die Welt quälen muss. Ich finde die abenteuerlustige Sarah, ihrem Mann gegenüber, ziemlich rücksichtslos. Zum Eingewöhnen hätten es sicherlich weniger extreme Urlaube auch getan. Kein Wunder, dass es dann kracht und beide ihr Verhalten überdenken müssen, wenn sie zusammenbleiben wollen. Jan muss seine Ängste in den Griff bekommen und Sarah lernen, Kompromisse zu schließen.

Die Schilderung der todbringenden Symptome vor jeder Reise nerven mit der Zeit. Jan erfindet ständig neue Wehwehchen und entwirft Horrorszenarios. Das Verhalten von Jan wird im mittleren Teil des Buches anstrengend und ziemlich nervig. Der immer wiederkehrende Traum wird mit jeder Wiederholung langweiliger. Zum Schluss werden die Kapitel wieder interessanter.

Die Reiseberichte sind mit viel Humor und Selbstironie geschrieben. Jan beschreibt seine Erlebnisse, Kuriositäten der Reiseländer und einheimische, kulinarische Köstlichkeiten sehr anschaulich.

Empfehlung

Trotz einiger Übertreibungen hat mich das Buch sehr gut unterhalten und mich zum Lachen gebracht. Es ist kurzweilig und sehr amüsant geschrieben. Die unterhaltsamen Reiseberichte machen Lust auf mehr Abenteuer.

Cover

Ich finde das Cover sehr gelungen. Es kündigt ein humorvolles Buch an. Durch den Matt/Glanzeffekt wirken die Zeichnungen sehr plastisch. Mir gefällt auch die Idee, Zeichnungen auf dem ausklappbaren Cover zu platzieren, ausgesprochen gut. Eigentlich ist es nur eine Zeichnung, die vorne anfängt und in der hinteren Klappe endet. Die Aufmachung des Buches ist insgesamt sehr hochwertig und zieht die Blicke auf sich.

Autor

Eigentlich hatte der Illustrator und Marketingmann Jan Kowalsky, geboren 1976, gar keine Lust auf abenteuerliche Fernreisen. Erst seine Frau musste ihn zu seinem Glück zwingen. Was als Schocktherapie begann, endete in einer Leidenschaft fürs Reisen, die beide inzwischen schon um die halbe Welt geführt hat. Die Geschichte von einem, der mitmusste als Spitzentitel im Goldmann Sommersortiment: „Als Schisser um die Welt“. (Amazon)

Informationen zum Buch

Titel: Als Schisser um die Welt
Autor: Jan Kowalsky
Genre: Sachbuch
Print-Ausgabe:  320 Seiten
Ausgaben: Taschenbuch, E-Book
Verlag: Goldmann Verlag (22. Juni 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442158044
ISBN-13: 978-3442158041

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Kategorie: Rezensionen, Sachbuch

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Kristina kann sich ein Leben ohne Bücher nicht vorstellen. Bücher faszinieren sie, seit dem sie denken kann. Sie möchte mit dir ihre Freude am Lesen teilen. Gefallen dir ihre Beiträge? Dann verpasse keine neuen Artikel und abonniere sie per E-Mail.