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Die enttäuschte Witwe – Christina McKenna

Cover Die-enttäuschte-Witwe

Die Witwe Bessie Lawless ist mit ihrem 9 Jahre alten Sohn auf der Flucht aus Belfast. Sie will ein neues Leben anfangen. Ihr nichtsnutziger Mann hat ihr außer einem Haufen Ärger nichts hinterlassen. Bei seinem letzten Job für die IRA hat er mit seinen Kumpanen eine Menge Geld unterschlagen und kam kurz darauf bei einem Autounfall ums Leben. Niemand weiß, wo er das Geld versteckt hat.

Nach einer Autopanne mit ihrem alten Auto bleibt Bessie in einem verschlafenen Dorf hängen. Unter ihrem Mädchennamen mietet sie sich ein Haus und nimmt eine Anstellung als Haushälterin bei einem gut aussehenden, geheimnisvollen Pfarrer an. Von den Einheimischen wird sie sehr argwöhnisch aufgenommen. Durch Zufall findet die IRA heraus, wo sie sich versteckt, und will sich das Geld von der Witwe zurückholen.

Die Geschichte spielt 1981, als in Nordirland Bombenexplosionen an der Tagesordnung waren. Nicht jeder, der für die IRA arbeitete, tat das freiwillig. In diesem Roman dient dieses Szenario nur als Rahmenhandlung.

Treffend charakterisiert ist das Leben in einem Dorf, wo jeder jeden kennt und mangels anderer Ablenkungen, getratscht wird bis zum geht nicht mehr. Neue Bewohner werden zuerst mit Argwohn betrachtet und sind das Tagesgespräch. Ein Pfarrer oder Kneipenwirt gelten als Autoritätsperson, um deren Gunst gebuhlt wird.

Die Charaktere sind ebenso gut getroffen, es prallen verschiedene Welten aufeinander. Nicht nur die Gegensätze Stadt und Land, sondern auch das Milieu aus dem die Witwe und ihr Sohn stammen. Der Unterschied wird auch sprachlich deutlich. Zum Schmunzeln sind die Dialoge, wenn die Witwe versucht ihrem Sohn beizubringen, wie er höflich Fragen beantworten soll.

Das Buch ist in einfacher Sprache geschrieben und trotz einiger Spannungsmomente, recht zäh zum Lesen. Die Story plätschert so dahin, obwohl ich als Leser gerne wissen möchte, was den Pfarrer so geheimnisvoll macht und wie die Witwe der IRA entkommen kann.

Trotz der guten Charakterstudien habe ich mich zwischendurch gefragt, ob ich das Buch weiter lesen soll oder nicht. Ich habe es fertig gelesen. Ich war wohl zu neugierig, was für ein Geheimnis der Pfarrer hat und ob es der Witwe gelingt, ein neues Leben anzufangen.

Cover

Das Cover passt im Stil zur damaligen Zeit und vermittelt Hoffnung auf einen Neuanfang.

Empfehlung

Wer sich nach dem Klappentext auf ein spannendes, actionreiches Buch gefreut hat, wird enttäuscht sein. Wer jedoch eine unterhaltsame Charakterstudie eines Dorfes und seiner Bewohner lesen möchte, dem wird das Buch gefallen.

Autor

Christina McKenna ist in der Grafschaft Derry in Nordirland aufgewachsen. Sie studierte Bildende Kunst und Englisch, unterrichtete zehn Jahre lang Kunst und Englische Literatur im Ausland und kehrte dann in ihre nordirische Heimat zurück, um zu malen und zu schreiben. (Amazon)

Informationen zum Buch

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Titel: Die enttäuschte Witwe
Autor: Christina McKenna
Genre: Roman
Print-Ausgabe:  368 Seiten
Ausgaben: Taschenbuch, E-Book
Verlag: AmazonCrossing (25. November 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 1477822305
ISBN-13: 978-1477822302

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Kategorie: Rezensionen, Roman

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Profilbild Kristina

Kristina kann sich ein Leben ohne Bücher nicht vorstellen. Bücher faszinieren sie, seit dem sie denken kann. Sie möchte mit dir ihre Freude am Lesen teilen. Gefallen dir ihre Beiträge? Dann verpasse keine neuen Artikel und abonniere sie per E-Mail.

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